KRAV MAGA

IMI LICHTENFELD

Imi Lichtenfeld, der Schöpfer des Krav-Maga, wurde am 26. Mai 1910 in Bratislava geboren, damals Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Um das Krav-Maga zu verstehen, ist es außerordentlich wichtig, auch den Menschen zu kennen, der es geschaffen hat.

In seiner Jugend in Europa fiel Imi als außergewöhnlich begabter Sportler auf. Er betrieb zahlreiche Disziplinen, von denen jede völlig anders war als die andere – und dennoch brachte er es in allen zur Meisterschaft. Diese Vielseitigkeit, verbunden mit seinem Streben nach Vollkommenheit, ermöglichte ihm eine so komplexe und vollständige Kampfkunst wie das Krav-Maga.

Imi arbeitete im Zirkus als Trapezkünstler und Messerwerfer. Er war ein hervorragender Schwimmer. In Wien, damals der kulturellen Hauptstadt Europas, führte er eine der größten und besten Walzerschulen. Er war Europameister im Schwergewicht im Boxen und Europameister im griechisch-römischen Ringen und trug außerdem den schwarzen Gürtel im Judo und im traditionellen japanischen Jiu-Jitsu.

Der junge Imi Lichtenfeld als Sportler und Kämpfer

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) schloss sich Imi der Tschechoslowakischen Legion an, die Teil der britischen Armee war und gegen die Streitkräfte der Nationalsozialisten kämpfte. Am Kriegsende lag Imis Einheit in Ägypten. Als stolzer Jude entschied er sich, nach Israel zu reisen und sich dort dem jüdischen Widerstand anzuschließen, der noch um die Unabhängigkeit seines Landes kämpfte.

Nach seiner Ankunft zeigte sich schnell, wie wertvoll Imis Fähigkeiten für die jungen Kämpfer des jüdischen Widerstands waren. Sie hatten nur sehr wenige Schusswaffen, und wenn sie doch ein Gewehr oder eine Pistole auftrieben, fehlte meist die Munition. So begann Imi, völlig neue Techniken zu entwickeln, um feindliche Soldaten mit den Händen, mit Stöcken, Messern, Seilen und anderen Mitteln auszuschalten. Auf diese Weise erlangten die Juden im Mai 1948 ihre Unabhängigkeit und ihren eigenen Staat.

Imi Lichtenfeld demonstriert eine Kampftechnik

Am Ende des Unabhängigkeitskriegs und mit der Gründung des Staates Israel entstanden auch die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Imi wurde „Chefausbilder für Selbstverteidigung und körperliche Kampfvorbereitung“ – so sein offizieller Titel in der israelischen Armee – und blieb es bis zu seinem Ausscheiden aus dem Dienst im Jahr 1966.

Mit dem Ende seiner Dienstzeit entschied Imi, dass die Zeit gekommen war, seinen alten Traum zu verwirklichen: eine neue israelische Kampfkunst zu schaffen, die ausschließlich der Selbstverteidigung gewidmet ist.

Dafür eröffnete er zwei Dojos in Israel, eines in Netanja im Norden des Landes und eines in Tel Aviv in der Landesmitte.

An diesen beiden Orten bildete Imi zehn Schüler aus, fünf in jeder Stadt, und verlieh nur diesen zehn Schülern den schwarzen Gürtel.

Am 19. September 1977 gründete Imi gemeinsam mit seinem höchstgraduierten Schüler Yaron Lichtenstein die Bukan School of Krav-Maga. Seine Vision war es, seiner Kampfkunst ein Refugium und eine Heimstatt zu geben. In seiner Weitsicht verstand Imi, dass nach seinem Tod Menschen – jeder aus seinen eigenen Gründen – das originale Krav-Maga verändern, beschneiden und verstümmeln würden. Der Auftrag von Bukan ist es daher, das wahre und einzige Krav-Maga zu bewahren, zu erhalten und zu schützen und so Imis Vermächtnis über viele Jahre lebendig zu halten.

Imi starb am 10. Januar 1998 in Netanja, wo er den größten Teil seines Lebens verbracht hatte.

Wir von Bukan setzen den Kampf für immer fort, die Seele seiner Kampfkunst schlagend und tretend am Leben zu halten.